Symbole der Macht

Die Burg Boxberg

Die erste Burganlage ist wohl um 1100 entstanden. Die Zerstörung der Burg erfolgte 1470 durch den Bund des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz, des Fürstbischofs Rudolf von Würzburg und des Erzbischofs Adolf von Mainz infolge räuberischer Überfälle der Herren von Rosenberg.

 

1477 ging der Besitz unter der Bedingung, dass die gebrochene Veste nicht wiederaufgebaut werden durfte, wieder zurück an die Rosenberger. Jörg von Rosenberg umging das Verbot, da er angeblich eine Bastei errichtete, aber in Wirklichkeit schuf er ein neues Schloss. Mit dem Wiederaufbau wurde einem Inschriftenstein folgend am 8. März 1480 begonnen und am 30. September 1493 war der Bergfried als Abschluss der Baumaßnahmen fertiggestellt. Diese zweite Burganlage wurde vom Schwäbischen Bund 1523 erobert und nachdem die Burg ausgeräumt war, wurden die Wohngebäude und die Türme am 15. Juni 1523 in Brand gesteckt.

 

Der Aufbau der dritten Burganlage fand unter Albrecht von Rosenberg, einem der berühmtesten Ritter Frankens, 1547 statt. Nach zwei Jahren war die Burg wieder in bewohnbarem Zustand. Im Jahr 1726 wurden Ausbesserungen durchgeführt, doch 1748 musste der pfälzische Amtssitz vom Burgschloss herunter in die Stadt verlegt werden. Unter Leinigen und Baden ging der Verfall des einst festesten Hauses in Franken weiter. Ein Teil der Burg wurde unter leiningischer Herrschaft als Fruchtspeicher verwendet.

 

1854 wurde die Schlossruine, nachdem sowohl der badische Staat als auch der Badische Altertumsverein keine finanziellen Mittel für den Kauf der Anlage aufbringen konnten, an einen Maurermeister verkauft und als Steinbruch ausgeschlachtet. So kam es dazu, dass die Burg Boxberg heute nur noch als Ruine existiert. Damit hat die Burg Boxberg eine traurige Sonderrolle, denn es kommt nicht sehr häufig vor, dass eine bis ins 19. Jahrhundert existente Burg heute fast vollständig verschwunden ist.

 

Erst 1893, als der Schlossberg und die restliche Burgruine endlich in den Besitz der Stadt und des Verschönerungsvereins kamen, wurden die Reste der Burganlage vor weiterem Verfall bewahrt. Der den Heimatverein führte „kleinere Ausgrabungen“ durch – so wurde der Brunnen „ausgeräumt“. Zahlreiche Funde von der Burganlage sind im Boxberger Heimatmuseum zu sehen.

Manche sagenhafte Geschichte wird von der Burg Boxberg erzählt: "In der Burg befanden sich vormals große Schätze, besonders in dem Gewölbe. Beim Abbruch der Wohnung über dem jetzt auch niedergerissenen äußeren Tore fiel mit dem Schutt auf einmal etwas schweres, klingendes herab. Der Knabe des Maurers sprang danach; sein Vater aber hieß ihn, wegen der herunterfallenden Steine, zurückzubleiben. Als der Maurer sich entfernt hatte, suchte der Bube auf dem Platz und fand noch eine Münze von altem Gepräge; das übrige Geld war verschwunden.Auf dem Berggipfel hinter dem Schlosse erscheinen von Zeit zu Zeit am Mittag zwei weiße Fräulein, und deuten mit ausgestrecktem Arme nach der Burg hin. In dieser selbst spuken ein Hofmetzger und ein Hofbäcker und verrichten ihre Handwerksgeschäfte; auch wurde schon auf dem Fruchtspeicher, ein Simri von unsichtbaren Händen hin und her gerollt." 

 

Heute zeugen der zum Teil „rekonstruierte“ Schildturm zur Stadtseite, der vom Heimatverein ausgegrabene Brunnen, ein Keller sowie ein unterirdischer Gang von der ehemaligen Burganlage.


Die Burg Oberschüpf

 „Eine der festesten und stolzesten Burgen des Frankenlandes war einst die Oberschüpfer Burg, im Volksmund das alte Schloß genannt. Herrlich thronte es über dem Dorfe auf einem Felsen, der auf drei Seiten steilwandig abfiel .“  

 

Geblieben ist heute von der 1470 zerstörten Burg kaum etwas, das wüste Bild der hoch über Oberschüpf gelegenen Burganlage beschrieb Dinnendahl 1959 in seiner Ortchronik: „Vom dem alten Schloß oben auf dem Schloßberg sind heute nicht einmal Ruinen vorhanden. Nur ein gewaltiger Trümmerhaufen, bedeckt mit Bäumen und Sträuchern, weist auf die Stätte hin, wo ehemals eine stolze Burg stand.“ 

 

Der Standort der etwa 2000 m² großen Burganlage lag am Ende kes eilförmig ins Tal ziehenden Bergsporns südwestlich des Dorfes Oberschüpf und bot einen guten natürlichen Schutz gegenüber Angreifern. Im Westen war die Burganlage durch zwei mächtige Gräben geschützt. In den Jahrhunderten nach der Zerstörung der Burg diente die Ruine als Steinbruch, und mancher Keller in Oberschüpf wurde aus seinen Quadern erbaut. Auch nach Unterschüpf und Lengerieden soll mancher schöner Stein gewandert sein. 

 

Im Jahr 1888 begann der Oberschüpfer Dekan aus Schenck mit Untersuchungen der Anlage, in den nächsten Jahren dank finanzieller Unterstützung vom Großherzoglichen Ministerium Karlsruhe und unter dem Rat von Dr. Ernst Wagner, dem Großherzoglichen Konservator. Anhand des Befundplanes lassen sich eindeutig mindestens zwei Bauphasen ablesen, doch die Zuordnung der einzelnen Baureste zu einer Phase und deren zeitliche Einordnung erscheint heute als ein aussichtsloses Vorhaben. In der Burgruine wurden qualitätsvolle Bauplastiken gefunden, weitere konnte Schenck in den Häusern Oberschüpfs aufspüren. Funde von der Burg Oberschüpf, anscheinend Lesefunde „aus dem Graben unterhalb der Burg“, sind heute im Besitz des Heimatmuseum Boxberg.

 

Die schriftlichen Zeugnisse über die Burg sind spärlich. Die Herren von Schüpf erscheinen vor der Mitte des 12. Jahrhunderts als königliche Ministerialien, die Burg Schüpf wird in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals erwähnt. Sicher ist die Nachricht von der Zerstörung der Burg 1470 durch den Bund des Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz, des Fürstbischofs Rudolf von Würzburg und des Erzbischofs Adolf von Mainz. Über die Entstehungszeit der Burg geben auch die Architekturstücke Auskunft, welche dem Ende des 12. Jahrhunderts angehören.